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Blog5 Min. LesezeitStand: 28.08.2026

Pilotbetrieb im Dentallabor: klein starten, sauber lernen

Ein Pilot ist kein verkleinerter Rollout. Er hat ein anderes Ziel: herausfinden, was nicht funktioniert.

Laborteam bespricht anhand von Tablet-Daten die Einführung neuer digitaler Abläufe

Wenn ein Labor eine neue Software testet, wird der Pilot häufig wie eine kleine Einführung behandelt. Damit verschenkt man seinen eigentlichen Zweck: Ein Pilot soll Schwachstellen zeigen, bevor sie den ganzen Betrieb betreffen.

Vorher festlegen, was der Pilot beantworten soll

Ohne definierte Frage endet ein Pilot in einem allgemeinen Gefühl. Sinnvolle Fragen sind konkret: Kommen Aufträge vollständiger an? Werden Status im Alltag gepflegt? Findet die Praxis die richtige Katalogposition?

Zwei bis drei Fragen reichen. Mehr lässt sich in wenigen Wochen nicht seriös beurteilen.

Echte Fälle statt Testdaten

Testfälle zeigen, ob die Software bedienbar ist. Sie zeigen nicht, ob der Ablauf im Alltag durchhält – etwa wenn drei Aufträge gleichzeitig eingehen und die zuständige Person nicht da ist.

Ein Pilot sollte deshalb mit echten Aufträgen einer echten Praxis laufen, auch wenn das mehr Abstimmung erfordert.

Eine Person, die Rückmeldungen sammelt

Rückmeldungen, die im Vorbeigehen geäußert werden, gehen verloren. Eine benannte Person, die Beobachtungen an einer Stelle sammelt, macht aus verstreuten Eindrücken eine bearbeitbare Liste.

Diese Liste ist gleichzeitig die Grundlage für die Entscheidung nach dem Pilot – und für das Gespräch mit dem Anbieter.

Eine ehrliche Abbruchoption offenhalten

Ein Pilot, dessen Ergebnis schon feststeht, ist keiner. Die Möglichkeit, nach der Testphase nicht weiterzumachen, sollte intern ausgesprochen sein.

Das verändert die Qualität der Rückmeldungen deutlich: Das Team meldet Probleme, statt sie zu überspielen.

Pilot aufsetzen

  • Zwei bis drei konkrete Fragen vorab festlegen
  • Eine Pilotpraxis mit erreichbarer Ansprechperson wählen
  • Nur echte Aufträge verwenden
  • Eine Person für Rückmeldungen benennen
  • Zeitraum und Entscheidungstermin festlegen
  • Abbruchoption intern klar benennen

Fazit

Ein guter Pilot liefert eine Liste konkreter Probleme. Ein Pilot ohne Probleme war meist zu klein oder zu geschützt.